Imperien Mexikos
Die präkolumbianischen Hochkulturen Mexikos und Mittelamerikas haben einige der beeindruckendsten Leistungen der Menschheitsgeschichte vollbracht. Die Pyramiden und Tempel, Paläste und Observatorien, Städte im Wasser und Städte am Rande des Dschungels, Statuen und Wandmalereien, vor allem auch das Wissen um den Lauf der Sterne, die Kunst der Mathematik und der genaue Kalender haben bis heute nichts von Ihrer Faszination verloren. Alles nahm seinen Anfang in einer heute sumpfigen Ebene an der mexikanischen Golfküste: Das geheimnisvolle Volk der Olmeken, das uns fast nur kolossale Basaltköpfe hinterlassen hat, gründete hier die ersten Städte Amerikas bereits lange vor unserer Zeitrechnung. Olmekische Einflüsse begünstigten die Entwicklung sowohl der Kultur von Teotihuacán im zentralen Hochland als auch der Stadtstaaten der Maya.
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Sonnenpyramide in Teotihuacán
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Observatorium der Maya in Chichén Itzá
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Aztekische Kriegerfigur
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Azteken und Maya
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In Teotihuacán, das in der Nähe von Mexico City liegt, finden wir die mächtige Sonnenpyramide, der Grundfläche nach fast so groß wie die ägyptische Cheopspyramide, die etwas kleinere Mondpyramide und viele Tempel, Paläste und Wohnhäuser. In der klassischen Zeit, im 1. Jahrtausend nach Christus, war hier die größte Stadt Mittelamerikas, ein Handelszentrum und eine wichtige, religiöse Kultstätte. Da diese hochentwickelte Kultur keine Schriftzeichen kannte, ist uns über die Erbauer der Pyramiden wenig bekannt. Um 750 n. Chr. ging diese einzigartige Metropole unter. Die genauen Gründe sind den Forschern bis heute ein Rätsel. In den darauffolgenden Jahrhunderten wanderten immer wieder nomadische Stämme aus den Wüsten des Nordens ein. Dabei handelte es sich um Zivilisationen mit sehr kriegerischen Zügen. Auf die Tolteken folgten die Azteken im 14. Jahrhundert. Sie herrschten von ihrer Hauptstadt Tenochtitlán aus über ein Reich, welches sich von der Golf- bis zur Pazifikküste erstreckte. In der aztekischen Götterwelt nahmen die Kriegsgottheiten den Platz der alten Erdgottheiten von Teotihuacán ein und man glaubte, nach mehreren kosmischen Zerstörungen in einer fünften Welt, im Zeitalter der fünften Sonne zu leben. Im Jahre 1521 ging diese Welt der Azteken mit der Eroberung durch die Spanier unter.
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Die Kultur der Maya finden wir in einer ganz anderen Region: im Südosten des heutigen Mexikos, in Guatemala, Belize und Honduras. In der klassischen Zeit gab es hier viele Stadtstaaten. Die Maya entwickelten zwischen der mexikanischen Karibikküste und dem Hochland von Guatemala eine große Vielfalt regionaler Eigenheiten vor allem auch in Architektur und Kunst. Besonders bekannte Mayastätten sind Chichén Itzá, Uxmal, und das am Rande des Dschungels gelegene Palenque und Tikal. An den meisten Ausgrabungsorten finden wir Pyramiden und Paläste, Tempel, Ballspielplätze und oft sogar Observatorien. Durch die wunderschöne, bildhafte Schrift, die heute weitgehend entziffert ist, haben wir auch Kunde von den Ereignissen der in weiter Vergangenheit liegenden Tage und Jahre. Auch andere Leistungen versetzen uns heute noch in Staunen. So waren die Maya Meister der Mathematik, sie kannten bereits die Null und rechneten mit einem 20er-Zählsystem. Sie waren hervorragende Astronomen und konnten den Lauf der Sterne berechnen. Ihr Kalender war kompliziert, aber sehr präzise. Die meisten Stadtstaaten waren bereits um 900 untergegangen. Chichén Itzá hatte seine Blütezeit hingegen erst im 11. und 12. Jahrhundert, bevor es aufgegeben wurde. Bis heute rätseln die Archäologen auch hier über die Ursachen. Außer diesen genannten Kulturen haben viele andere indianische Völker in präkolumbianischer Zeit ihre Spuren hintelassen. Herausragend sind hier etwa die Zapoteken und die Mixteken, bekannt ist vor allem die Tempelanlage des Monte Albán in Oaxaca.
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Monte Albán
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Kolonialzeit und Unabhängigkeit
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Im Jahre 1521 beginnt die Herrschaft der spanischen Krone. Aus Tenochtitlán wird die neue Stadt México. Spanische Soldaten, Verwalter und Missionare verwandeln das Land grundlegend. Spanische Veteranen erhalten ausgedehnte Ländereien, die erste Universität Amerikas wird gegründet und die Kolonialarchitektur prägt nun Städte wie Guanajuato, Taxco, Puebla und Oaxaca in Mexiko, Antigua in Guatemala oder Granada in Nicaragua. Bei der Durchsetzung des Christentums kommt es häufig zu einem Überleben der alten Gottheiten in Form der neuen Heiligen. Zwar dominiert überall die spanische Lebensweise, dennoch gelingt es den indianischen Völkern in vielen Regionen, zumindest teilweise an ihrer Kultur festzuhalten. Aus der Verbindung der beiden Traditionen entstehen langsam neue Länder. 1821 wird Mexiko unabhängig, 1823 die Vereinigten Staaten von Zentralamerika, die sich 15 Jahre später in die Länder Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica aufteilen. Panama und Belize können erst im 20. Jhd. ihre Unabhängigkeit erlangen. Vor allem Guatemala besitzt heute eine starke indianische Tradition, mit 45 Prozent den höchsten Anteil indianischer Bevölkerung in Mittelamerika und mit Tikal ebenso wie Honduras mit Copan eine der interessantesten Mayastätten.
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Auch in Mexiko ist aus zwei Kulturen eine neue, eben die mexikanische Kultur entstanden. Spanisch ist Amtssprache, heute sprechen fast 90 Prozent der Mexikaner diese als Muttersprache, aber eben auch 10 bis 15 Prozent eine indianische Sprache. Und die meisten Ortsnamen sind vorkolonialen Ursprungs. Die Baukunst war 300 Jahre lang spanisch geprägt und die Musik ist es noch heute, während in der Kochkunst beide Traditionen gleichermaßen ihren Niederschlag gefunden haben. Das indianische Element zeigt sich auch im Kunsthandwerk und bei vielen Festen und Feierlichkeiten, deren Ursprung eindeutig in der Zeit zu finden ist, in denen noch kein Europäer das Land betreten hatte. Beeindruckend und unverkennbar ist auch die Hinwendung der Mexikaner zu ihrer präkolumbianischen Geschichte, die in der Einbindung historischer Ereignisse in die moderne Kunst oder in der Pflege der archäologischen Reichtümer des Landes ihren Ausdruck findet. Besonders anschaulich wird die Verbindung der drei Kulturen in Mexico City, etwa auf dem Zócalo, dem Hauptplatz der Stadt. Die kulturelle und auch landschaftliche Vielfalt Mittelamerikas, die allgegenwärtige Verbindung mit dem Vermächtnis vergangener Zeiten und die Freundlichkeit seiner Menschen waren für uns Grund genug, Ihnen die Länder zwischen Karibik und Pazifik als unvergeßliches Urlaubsziel anzubieten. Jürgen Welz M.A.
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